Kommen
Sie mit auf meine poetische Reise, begleiten Sie mich und lassen Sie
sich inspirieren:
Die Ratte
auf Wortliebs Schulter wird in der Bibliothek des Lesens froh, wir
stehen mit Bukowsky sauer an der Bar, blättern durchs
trivial-geniale auf dem Urinale oder wählen den Joyce of a new
Generation. Die einen Prousten laut heraus – voll Grass,
Mann; andere geniessen Sartre den Stil. Oder es dreht den Handke um,
und entdeckt noch unbekannte Seiten, wer so will.
Jean-Luc Froidevaux, "ensuite" -
Kulturmagazin
Dorthin, wo Regenbögen die Erde küssen und wo Seifenblasen platzen; dorthin, wo die Rosetten blühen, die Rosen stechen und die Winde in den Wehen liegen; wo sich Wellen wogend schmiegen, wo Perlen mir zu Füssen liegen; dorthin, wo Steine Körper sind, dort, wo Wahrheit Funken schlägt; wo die Sonne blendet und der Mond scheint, dort, wo sich Küssende im Schatten verstecken und Liebende beneidet werden; ich will zu lüsternen Seelen und prallen Geistern, zu Musen und Museen, will zu Füssen der Musen liegend mich ergeben dem Gefühl der Kunst, die Poesie zu ergründen im Meer der Millionen von Emotionen, dorthin will ich, wo die Ahnen schon waren und es nicht erahnen, zum Nest des Friedens und zum Horst der Freiheit; dorthin, wo Welkes bleibt und Vergänglichkeit genossen wird, will ich; wo Liebe eine Magie und Materie bloß ein fauler Zauber ist; dorthin, wo sich Wege gabeln und Äste biegen...wo die Strasse immer fort während fortführt von hier und nach dorthin, wo der Weg mich führt, zu Dir, ich will dorthin, wo mein Sein bewusst sein kann und der Verstand verloren geht, wo Wahnsinn der schönste Sinn des Genies ist und wo Wolken Gebilde bilden und mit wilden Tropfen alles benetzen, ich will dorthin, wo ein Netz aus Stahl und ein Bett aus Sisal steht, dorthin, wohin man geht, wenn man traurig sich der Fröhlichkeit erinnert, dorthin, wo aus Faulheit Kreatives ensteht und wo Muße nicht nur Freizeit ist, ich will dorthin, wo nichts Menschliches, sondern bloß Natürliches existiert, ich will dorthin, wo niemand ist und trotzdem alle mitkommen könnten, wo Äpfel weit vom Stamme fallen und am Boden gärend mir den Saft der Ahnen schenken, wo Blätter fallen von den Bäumen, damit ich sie beschriften kann, dort, wo Fuchs und Hase sich zerfleischen, dafür aber Spinne und Feind Freunde sind, wo die Zärtlichkeit keine Floskel ist und wo die Phrase keine Lust darstellt, wo Bienen im Land, indem Milch fließt, Honig schmatzen, wo die Wiesen voller Heidekräuter namens Erika und Margarita erblühen und dorthin, wo Blattläuse Ameisen melken und Libellen keine Räuber sind, dorthin, wo Feuer das Gegenteil von Dunkelheit ist, wo Wasser Kreise zieht und ringelnd bis ans Ufer treffen, wo das Ufer nicht nur Strand und Rand ist und wo im Herbst das Urlaub fällt, wo Scheine bloß aus Schein den Schein wahren und Kleingeld bloß Münz ist. Dorthin, wo Wortverächter zu Wortverfechter werden, wo die Ächtung ihre zwei Pünktchen verliert und Achtung herrscht, wo innige Innungen einsam Eins sind, wo Grenzen schmelzen, fliessen, zerfliessen, rinnen, zerrinnen. Dorthin will ich. Wo Buchstaben aus Buchen stammen, wo Lettern keine Briefe sind und wo gewonnene Sätze zum Sieg führen, wo Sprache keine Rache kennt, wo der Bettler mit dem Kaiser pennt, wo der Arme fröhlich ist und der Reiche zwei Arme hat. Dorthin, wo der Morgentau die Hoffnung spendet und die Seelen geil auf Geister sind, wo Körper schweben und Herzen aufwärts schlagen, pulsierend durch die Dämmerung sich pochen, wo schlagartig die Ader des Verderbens versiegt und der Quell des Sprudels nie erlischt, wo Feuer und Flamme keinen Brand entfachen, sondern Leidenschaft, wo Blut das Lodern der Wünsche wärmt und wo Brüste sich brüsten, Popos wackeln und Poeten tanzen, kreisend um dem Ball herum, dorthin will ich, in das Leben rein und mit der Poesie dann glücklich sein...